Über Gramsh und Korçë ins Vjosa-Tal

Von Berat führt unsere Route über Kuçovë und Gramsh durch das Devoll-Tal nach Korçë. Nach Lakror im alten Basar geht es über die kurvenreiche SH75, Leskovik und das griechische Grenzgebiet weiter nach Përmet.

Für diesen Tag standen wieder rund 260 Kilometer auf dem Plan. Von Berat wollten wir nach Korçë und anschließend weiter nach Përmet. Die naheliegende Route hätte uns zunächst weit in den Norden und anschließend wieder nach Osten geführt. Google zeigte jedoch noch eine wesentlich direktere Strecke durch den Süden an.

Bevor wir uns auf dieses Abenteuer einließen, fragten wir lieber unsere Vermieterin. Ihre Antwort war eindeutig: Auf keinen Fall sollten wir diese Strecke nehmen. Nach ihrer Einschätzung sei sie nicht einmal für ein richtiges Allradfahrzeug geeignet – und erst recht nicht für unseren kleinen Mini. Sie selbst würde immer die mittlere Route über Gramsh wählen.

Route von Berat über Gramsh und Korçë nach Përmet
Unsere Route von Berat über Gramsh und Korçë nach Përmet

Durch das Devoll-Tal nach Korçë

Also fuhren wir zunächst ein Stück zurück in Richtung Elbasan und Kuçovë. Dabei kamen wir am Luftwaffenstützpunkt von Kuçovë vorbei. Nach umfangreicher Modernisierung wurde die jahrzehntealte Basis im März 2024 wiedereröffnet und dient heute Albanien und der NATO für Logistik, Übungen, Training und mögliche Luftoperationen. Danach ging es durch kleinere Dörfer und über ruhige Landstraßen weiter in Richtung Gramsh.

Eigentlich hatten wir gedacht, unsere tierischen Begegnungen auf albanischen Straßen kaum noch toppen zu können. Kühe, Schafe, Ziegen, Landschildkröten und Pferde hatten wir inzwischen reichlich erlebt. Als uns diesmal jedoch eine ganze Schar Truthähne auf der Straße entgegenkam, waren auch wir wieder überrascht.

Eine Schar Truthähne auf einer albanischen Landstraße
Diesmal waren es Truthähne

Am Straßenrand wechselten sich Olivenhaine, Weinberge und Maisfelder ab. Noch war die Landschaft weit und landwirtschaftlich geprägt. Dass sie nur wenig später deutlich wilder werden würde, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Maiskolben trocknen an einem Haus in Albanien
Mais trocknen auf Albanisch

Hinter Gramsh zog sich die Straße immer tiefer in das Gebirge hinein. Der Devoll und seine langgestreckten Stauseen begleiteten uns über viele Kilometer. Zunächst führte die Strecke am Banja-Stausee entlang, später durch die Berglandschaft rund um Moglicë. Wo sich früher der Fluss durch ein engeres Tal schlängelte, liegen heute die Stauseen der beiden Wasserkraftwerke Banja und Moglicë.

Die Straße verlief mal dicht am Wasser, mal weit darüber am Hang. Bewaldete Bergrücken, steile Felswände und kleine Siedlungen wechselten sich ab. Immer wenn wir glaubten, den höchsten Punkt oder zumindest den nächsten Pass erreicht zu haben, folgten noch eine Kehre, eine weitere Schleife und der nächste Anstieg.

Blick auf den Devoll und die Berglandschaft hinter Gramsh
Der Devoll und seine Stauseen begleiteten uns durch die Berge

Ein ziemlich zuverlässiger Hinweis zeigte uns, dass wir weiterhin bergauf fuhren: Der Devoll kam uns entgegen. Der Fluss entspringt im Gebirge im Südosten Albaniens und fließt von dort nach Westen. Wir bewegten uns also über weite Strecken flussaufwärts in Richtung seines Ursprungsgebietes.

Vierbeinige Verkehrsteilnehmer auf der Bergstraße nach Korçë
Vierbeinige Passgänger

Erst kurz vor Korçë öffnete sich die Landschaft. Die letzten Kilometer führten durch eine weite, im Hochsommer trockene Hochebene. Nach den bewaldeten Bergen, dem Wasser und den vielen Kurven war dieser Abschnitt landschaftlich und auch cabriotechnisch deutlich weniger spannend.

Schmutziger Mini Cabrio in Korçë
Unser kleiner Dreckspatz in der Großstadt Korçë

Korçë: Boulevards, Basar und albanische Geschichte

Korçë selbst überraschte uns dagegen sofort. Die Stadt liegt auf einer rund 850 Meter hohen Ebene im äußersten Südosten Albaniens und wirkt mit ihren von Bäumen beschatteten Boulevards, gepflegten Stadthäusern und zahlreichen Cafés deutlich europäischer als viele andere albanische Städte.

Historisches Wohnhaus in Korçë
Ein Haus in Korçë, das von der bewegten Geschichte der Stadt erzählt

Korçë spielte eine wichtige Rolle in der albanischen Nationalbewegung. Im Jahr 1887 wurde hier die erste Schule eröffnet, in der auf Albanisch unterrichtet wurde. Während des Ersten Weltkriegs stand die Stadt zeitweise unter französischer Militärverwaltung und erhielt vorübergehend eine weitgehend autonome Verwaltung. Aus dieser Zeit und aus dem wirtschaftlichen Aufschwung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts stammen viele der eleganten Stadthäuser.

Altes Stadthaus in Korçë
Eines der alten Stadthäuser von Korçë

Diesmal hatte Google uns tatsächlich sinnvoll und relativ zentral in die Stadt geführt. Wir konnten den Mini beinahe vor der großen orthodoxen Kathedrale der Auferstehung Christi abstellen. Nach einem Kaffee zur ersten Orientierung liefen wir über den schattigen Boulevard in Richtung des alten Basars. Unter den großen Bäumen war es selbst an diesem heißen Augusttag erstaunlich angenehm.

Orthodoxe Kathedrale der Auferstehung Christi in Korçë
Die zentrale orthodoxe Kathedrale der Auferstehung Christi

Unterwegs entdeckten wir eine Eisdiele und gönnten uns ein ausgesprochen gutes Eis. Danach erreichten wir den Pazari i Vjetër, den alten Basar von Korçë.

Schattige Fußgängerzone in Korçë
Herrlich angenehm: die schattige Fußgängerzone von Korçë

Der Basar war über Jahrhunderte das wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Händler, Handwerker und Reisende trafen sich hier, übernachteten in den Gasthäusern und handelten mit Waren aus der gesamten Region. Schmiede, Schneider, Schuhmacher, Holzhandwerker und Händler arbeiteten in den engen Gassen. Mehrere große Brände zerstörten Teile des Viertels; nach dem letzten verheerenden Feuer im Jahr 1879 wurde ein großer Teil neu aufgebaut.

Zentraler Platz im alten Basar von Korçë
Der zentrale Platz im alten Basar von Korçë

Heute besteht der zentrale Bereich des aufwendig restaurierten Basars überwiegend aus Restaurants, Bars und Cafés. Das traditionelle Handwerk ist deutlich in den Hintergrund getreten. Einige kleine Werkstätten gibt es aber weiterhin – man muss nur ein wenig abseits des großen Platzes danach suchen.

Traditioneller Handwerker im alten Basar von Korçë
Einige traditionelle Handwerker sind im Basar von Korçë noch zu finden

Unmittelbar am Basar steht die Iljaz-Bej-Mirahori-Moschee. Sie wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts von Iljaz Bej Mirahori errichtet und zählt zu den ältesten erhaltenen Moscheen Albaniens. Mit ihrem quadratischen Gebetsraum, der großen Kuppel und dem schlanken Minarett ist sie ein klassisches Beispiel früher osmanischer Architektur im Land.

Ursprünglich gehörte die Moschee zu einem größeren Gebäudekomplex mit Schule, Armenküche, Badehaus, Gasthaus und weiteren Versorgungseinrichtungen. Dieser Komplex trug wesentlich dazu bei, dass sich die damalige kleine Siedlung zu einem städtischen Zentrum entwickelte. Auch die Entstehung des Basars steht eng mit Iljaz Bej Mirahori und seinen Stiftungen in Verbindung.

Restaurierte Mirahori-Moschee im Basar von Korçë
Die restaurierte Mirahori-Moschee am alten Basar von Korçë

Lakror unter dem Saç

Zum Mittagessen gingen wir in ein traditionelles, kleines – besser gesagt klitzekleines – Restaurant. Dort wird Lakror serviert, eine Spezialität aus Korçë und der umliegenden Region.

Traditioneller Lakror wird unter einem Saç gebacken
Lakror wird traditionell unter einem mit Glut bedeckten Saç gebacken

Auf den ersten Blick erinnert Lakror ein wenig an einen sehr dünnen Flammkuchen oder eine gefüllte Teigtasche. Die Art der Zubereitung erinnert dagegen eher an eine Peka. Tatsächlich besteht Lakror aus mehreren Lagen dünn ausgerollten Teigs, zwischen denen verschiedene Füllungen liegen. Zur Auswahl standen unter anderem Gemüse, Käse und Fleisch. Wir entschieden uns für eine Variante mit Schafskäse und Brennnesseln – eine ausgezeichnete Wahl.

Fast aufgegessener Lakror aus Korçë
Der Lakror war schneller angeknabbert, als wir ihn fotografieren konnten

Traditionell wird Lakror unter einem Saç gebacken. Dabei liegt die Form auf heißer Glut und wird mit einem gewölbten Metalldeckel abgedeckt, auf dem ebenfalls glühende Kohlen verteilt werden. So bekommt der Teig von oben und unten seine typischen dunklen, knusprigen Stellen.

Lakror mit Schafskäse und Brennnesseln in Korçë
Lakror mit Schafskäse und Brennnesseln im winzigen Restaurant von Korçë

Gut gestärkt – oder besser gesagt ziemlich überfüllt – nahmen wir anschließend die zweite Etappe des Tages in Angriff.

Auf der alten SH75 durch das Grenzland

Zunächst führte eine neue, breit ausgebaute Straße aus Korçë hinaus in Richtung Ersekë und der griechischen Grenze. Nach knapp 20 Kilometern lotste Google uns jedoch auf einen kleineren Abschnitt der alten SH75. Für einen Moment hatten wir Bedenken, dass die Straßenqualität nun für den gesamten restlichen Weg so bleiben würde.

In einem der Orte wusste offenbar selbst Google nicht mehr genau, ob wir links oder rechts fahren sollten. An einer Stoppstelle bog ich zunächst nach rechts ab. Angela bemerkte gerade noch aus dem Augenwinkel, wie eine freundliche Blumenverkäuferin energisch mit dem Arm nach links deutete.

Als ich rückwärts in die Kreuzung setzte, um zu wenden, stand plötzlich auch noch ein Polizeiauto hinter uns. Die Beamten beobachteten das Manöver jedoch völlig gelassen, ließen mich in Ruhe wenden und fuhren anschließend weiter. Überhaupt erleben wir die Menschen und auch die Polizei in Albanien als erstaunlich entspannt – ähnlich wie in Kroatien, manchmal vielleicht sogar noch eine Spur gelassener.

Am Straßenrand entdeckten wir einen alten Kalkofen. In solchen einfachen, meist aus Naturstein errichteten Öfen wurde früher Kalkstein mit Holz über mehrere Tage stark erhitzt. Dabei entstand Branntkalk, der anschließend mit Wasser gelöscht und zu Kalkmörtel, Putz oder weißer Kalkfarbe verarbeitet werden konnte.

Alter Kalkofen bei Leskovik in Albanien
Ein alter Kalkofen in der Nähe von Leskovik

Diese traditionelle Form der Kalkherstellung war auf beiden Seiten der albanisch-griechischen Grenze weit verbreitet. In Albanien wurden solche holzbefeuerten Öfen teilweise noch bis in die frühen 1990er-Jahre betrieben, unter anderem im Rahmen landwirtschaftlicher Genossenschaften. Der überwachsene Ofen am Straßenrand war damit nicht nur ein eigenartiges Bauwerk, sondern ein Überbleibsel eines Handwerks, das die Architektur der Region über Jahrhunderte geprägt hat.

Eigentlich wollten wir in Leskovik noch einmal anhalten und einen Kaffee trinken. Als wir in der kleinen Stadt ankamen, wirkte sie jedoch beinahe ausgestorben. Selbst einige Pferde schlenderten ungestört über die Hauptstraße. Wir tankten deshalb nur und fuhren anschließend weiter in Richtung Përmet.

Pferde auf der Hauptstraße bei Leskovik in Albanien
Pferde auf der Hauptstraße bei Leskovik

Die Gegend um Leskovik und das Gramozgebirge war über lange Zeit ein umkämpftes Grenzland. Die heutige Grenze zwischen Albanien und Griechenland wurde nach den Balkankriegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts festgelegt und durchschnitt eine Region, in der Menschen, Waren und Familien zuvor wesentlich freier zwischen den Tälern unterwegs gewesen waren.

Kurvenreiche SH75 im albanisch-griechischen Grenzgebiet
Auf der SH75 durch das albanisch-griechische Grenzland

Im Ersten Weltkrieg, während des italienisch-griechischen Krieges von 1940 und später während des griechischen Bürgerkrieges wurde in dieser Bergregion erneut gekämpft. Unter der kommunistischen Diktatur war das Grenzgebiet streng bewacht und weitgehend abgeschottet. Noch heute entdeckt man entlang der Straße aufgegebene Brücken, alte Kontrollpunkte und andere Überreste aus einer Zeit, in der diese Grenze nur schwer zu überwinden war.

Aufgegebene Brücke im Grenzgebiet zwischen Albanien und Griechenland
Eine aufgegebene Brücke im albanisch-griechischen Grenzgebiet

Hinter Leskovik näherte sich die Straße dem Sarantaporos. Auf seinen letzten Kilometern bildet der Fluss die Grenze zwischen Griechenland und Albanien. Nahe Tre Urat mündet er in den Aoos, der ab hier Vjosa heißt. Auf unserer Seite des Tals fuhren wir weiterhin durch Albanien, während die Berge und Felsen am gegenüberliegenden Ufer bereits zu Griechenland gehörten.

Flusstal an der Grenze zwischen Albanien und Griechenland
Auf der anderen Seite des Tals beginnen bereits die griechischen Berge

Entlang der Vjosa nach Përmet

Nach dem Grenzgebiet öffnete sich das Tal wieder und die Vjosa begleitete uns auf den letzten Kilometern nach Përmet. Der Fluss entspringt als Aoos im griechischen Pindosgebirge und fließt nach dem Grenzübertritt durch den Süden Albaniens bis zur Adria.

Traditionelle Steinbogenbrücke an der SH75
Eine traditionelle Steinbogenbrücke über einen Seitenfluss der Vjosa

Seit 2023 stehen die Vjosa und ihre wichtigsten frei fließenden Nebenflüsse in Albanien als Wildfluss-Nationalpark unter Schutz. Die Vjosa gilt als einer der letzten großen, weitgehend unverbauten Flüsse Europas. Breite Kiesbänke, mehrere Flussarme und ständig neu entstehende Inseln prägen das Tal.

Schmale Stahlbrücke über die Vjosa bei Përmet
Eine schmale Stahlbrücke über die Vjosa

Wir blieben zwei- oder dreimal stehen, weil die Landschaft einfach atemberaubend war. Leider fuhren wir genau der tief stehenden Sonne entgegen, sodass gute Fotos nicht ganz einfach waren. Trotzdem gehörten diese letzten 30 bis 50 Kilometer zu den schönsten Strecken des gesamten Tages.

Alte Hängebrücke im Vjosa-Tal bei Përmet
Eine noch ältere Hängebrücke im Vjosa-Tal

Ein gutes Essen mit einem merkwürdigen Ende

Bei der Buchung hatte ich darauf geachtet, eine Unterkunft in der Nähe des Wassers zu wählen. Übersehen hatte ich allerdings, dass sie auf der anderen Seite direkt an der SH75 lag – jener Straße, die weiter nach Gjirokastër führt.

Zum Glück sind die Fenster gut isoliert. Da wir ohnehin mit geschlossenen Fenstern und Klimaanlage schlafen, verbrachten wir trotz der Hauptstraße eine erstaunlich ruhige erste Nacht.

Abendstimmung im Vjosa-Tal bei Përmet
Auf dem Weg zum Abendessen

Ebenfalls übersehen hatte ich, dass unsere Unterkunft nicht im Zentrum von Përmet, sondern etwas außerhalb lag. Da ich noch bei einer Raftingagentur vorbeigehen wollte, beschlossen wir trotzdem, zu Fuß in die Stadt zu laufen. Rund 25 Minuten später erreichten wir das Zentrum.

Sonnenuntergang in Përmet in Albanien
Die letzten Sonnenstrahlen über Përmet

Für das Abendessen war uns das traditionelle Restaurant Trifilia empfohlen worden. Das Lokal war gemütlich eingerichtet und bot einige Gerichte an, die man auf albanischen Speisekarten nicht überall findet – darunter Hase und Wildschwein.

Wetterhahn auf dem Kamin des Restaurants Trifilia in Përmet
Der Wetterhahn auf dem Kamin des Restaurants Trifilia

Ich entschied mich für Wildschwein mit glasierten Zwiebeln, Angela nahm gefüllte Auberginen. Als Vorspeise teilten wir uns einen Salat mit Früchten und Nüssen – ebenfalls eine eher ungewöhnliche Kombination für diese Gegend. Das Essen war ausgezeichnet.

Wildschwein mit glasierten Zwiebeln im Restaurant Trifilia
Wildschwein mit glasierten Zwiebeln

Als wir anschließend Espresso und Raki bestellen wollten, erklärte uns der Kellner, dass gerade sehr viel zu tun sei und zunächst die Speisen für die anderen Tische herausgebracht werden müssten. An einer langen Tafel feierte eine größere Gruppe offenbar einen Kindergeburtstag – mit zwei Kindern und ungefähr 20 Erwachsenen.

Das war für uns zunächst kein Problem. Wir hatten noch etwas Wein in der Flasche und warteten. Allerdings kam auch nach längerer Zeit niemand mehr an unseren Tisch. Weder konnten wir Espresso und Raki bestellen, noch fragte jemand, ob wir vielleicht den besonderen Nachtisch probieren wollten, den wir zuvor auf den Nachbartischen gesehen hatten.

Irgendwann wollten wir zumindest bezahlen. Da weiterhin kein Kellner kam, gingen wir schließlich selbst zur Kasse. Dort erschien unser Kellner plötzlich freudestrahlend und fragte, ob alles in Ordnung gewesen sei.

Meine ehrliche Antwort lautete: Der Anfang war ausgezeichnet, das Ende leider ziemlich lausig. Das Essen sei hervorragend gewesen, aber danach habe man uns vollständig vergessen.

Diese Bemerkung löste einen mittleren Auflauf aus. Schließlich kam vermutlich der Geschäftsführer oder Besitzer hinzu und erklärte, er werde uns zum gesamten Essen einladen.

Das war eigentlich gar nicht mein Anliegen gewesen. Ich hatte weder ein kostenloses Abendessen gewollt noch versucht, mich vor der Rechnung zu drücken. Viel lieber hätte ich noch einen Espresso, einen Raki und vielleicht sogar den Nachtisch bekommen. Doch diese Chance war inzwischen vorbei.

Also machten wir uns wieder auf den rund 25-minütigen Rückweg zu unserer Unterkunft. Nach 260 Kilometern, unzähligen Kurven, einer ausgiebigen Runde durch Korçë, einem ausgezeichneten Eis für 50 Cent pro Kugel und insgesamt einer Stunde Fußweg durch Përmet waren wir wieder einmal todmüde – und schliefen trotz der Lage an der Hauptstraße ziemlich schnell ein.

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