Ein Schlüssel, ein Haus und ganz viel Fjaka
Wir hatten zwar schon im Januar die Papiere bekommen, aber irgendwie hatte ich nicht verstanden oder überlesen, dass wir bereits ein vorübergehendes Wohnrecht auf dem Haus haben. Im Frühjahr hatte ich mit Mario, dem aktuellen Besitzer, schon geklärt, wer künftig die Olivenbäume schneidet – doch die Besitzverhältnisse waren für mich immer noch unklar.
Den Urlaub in Deutschland nutzte ich, um über die Situation nachzudenken. Als wir im Juni endlich wieder zurück waren, hatten wir auch direkt einen Termin beim Anwalt. Dort stellte sich heraus, dass wir im Grundbucheintrag bereits als Berechtigte eingetragen sind und damit das kleine Haus voll nutzen dürfen – auch ohne Baugenehmigung. Der Anwalt erklärte uns: „Ihr seid Eigentümer, mit vollen Nutzungsrechten. Macht einfach.“

Dieser Moment fühlte sich an wie ein warmer Sommerwind, der alle Sorgen davonträgt. Plötzlich war klar: Wir können das Grundstück komplett übernehmen und bearbeiten. Jetzt beginnt die reale Planungsphase – spannend und aufregend zugleich. Die Gedanken schwirren: Was muss alles gemacht und geplant werden? Strom beantragen, Wasser gibt es schon – Zisterne und öffentlich, Internet werden wir vorerst mobil machen.
Das Grundstück erwacht
Romantische kleine Winkel, die früher einfach nur zugewuchert und verfallen wirkten, haben jetzt Potenzial:

- Schattenplätze unter Oliven-, Feigen- und Erdbeerbäumen – ideal zum Liegen, Entspannen, Lesen und Naschen.
- Versteckte Ecken – perfekt für eine gemütliche Bank, einen kleinen Tisch oder eine Hängematte sowie eine Außendusche mit Blick aufs Meer.

Was vorher nach Arbeit aussah, fühlt sich jetzt an wie ein Abenteuer: Unkraut wird zu Platz für einen mediterranen Kräutergarten, alte Steine werden zu Material für neue Wege.
Von Papier zu echten Plänen
Der Kaufvertrag sieht vor, dass wir das Grundstück komplett erwerben, sobald das gesamte Areal offiziell als Bauland ausgewiesen ist. Doch der Bebauungsplan liegt noch immer zur Bearbeitung vor und wandert seit Jahren zwischen der Behörde in Split und der Gemeinde Vela Luka hin und her – ein Ende ist nicht absehbar. Um das Grundstück trotzdem zu sichern, hatten wir mit dem Verkäufer eine Anzahlung vereinbart. Sobald es tatsächlich Bauland wird, zahlen wir die restliche Summe – für den dann höheren Gegenwert von Bauland. Unser Anwalt stellte aber klar: „Ihr seid jetzt schon Eigentümer und könnt das volle Nutzungsrecht ausüben.“

Fazit
Jetzt ist dieser Ort nicht mehr nur eine Idee auf Papier – er lebt, atmet, lädt uns ein, ihn zu gestalten, zu genießen und mit Leben zu füllen. Und während wir in einer dieser kleinen Ecken auf der alten Bank sitzen, spüren wir es: Das ist unser Ort. Unser Fjaka-Moment.

Entdecke mehr von Get Your Fjaka
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.




