
Manchmal ist es das Unerwartete, das uns die klarsten Antworten schenkt.
Wir hatten über einen Kontakt, den wir in Vela Luka kennengelernt hatten, ein schönes Haus direkt am Meer gefunden. Das wurde aber erst Ende September frei. So ließen wir uns auf der Rückreise Zeit und verbrachten noch zwei Wochen am Meer in der Nähe von Agde.

Doch wir merkten, wie sich etwas verändert hatte. Während wir durch charmante französische Dörfer fuhren und kleine Käseläden entdeckten, fühlten wir plötzlich, dass unser Herz längst woanders war. Es war, als rufe uns Korčula zurück, stärker denn je.

Wenige Tage später standen wir tatsächlich am Hafen, die vertraute Fähre direkt vor uns. Dieses Mal jedoch war die Überfahrt keine Urlaubsreise mehr – es fühlte sich an wie eine Heimkehr. Mit Champa, die neugierig in alle Richtungen schnupperte, blickten wir voller Vorfreude Richtung „unserer“ Insel.
Unser Haus für den Winter war ein ehemaliges Bootshaus direkt am Meer, das zusammen mit Nebengebäuden in ein kleines, gemütliches Steinhaus-Ensemble umgebaut worden war. Schon beim ersten Sonnenuntergang, der den Himmel über Korčula goldrot färbte, wussten wir, dass wir am richtigen Ort angekommen waren.

Kaum angekommen, steckten wir mitten in der Weinernte. Stipe hatte uns eingeladen, bei der Weinlese dabei zu sein. Was zunächst einfach nur wie eine freundliche Einladung aussah, entwickelte sich rasch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wir standen früh morgens in den Weinbergen, rochen den Duft von frischen Trauben und Erde, während wir die süßen Früchte sorgfältig pflückten, fast bis zum platzen naschten und zur Verarbeitung brachten.

Später halfen wir dabei, die Trauben zu pressen, und erlebten die Gemeinschaft und Herzlichkeit, die man nur findet, wenn man tatsächlich dazugehört. Als wir dann zurück waren und uns bei Stipe zum Arbeiten meldeten, glaubte er es kaum. Zu oft hatten Gäste gesagt, sie kommen wieder – aber kamen nicht. Schnell wurden wir Teil der Gemeinschaft – zumal auch die Nachbarn kostenlose Erntehelfer gegen Logis gut gebrauchen konnten. Auch die Sprache war kein Hindernis, manche Kroaten sprechen sogar Deutsch wie unsere Käseverkäuferin beim Tomy oder auch Englisch. So klappte dann auch eine Verständigung mit Händen und Füßen.

Am Abend saßen Angela und ich erschöpft, aber glücklich auf unserer Terrasse, blickten auf das im Mondschein glitzernde Meer hinaus und waren uns einig: Hier lässt es sich aushalten.
Teilen mit:
- Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Auf Pinterest teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Pinterest
- Auf Tumblr teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Tumblr
- Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
- Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
Ähnliche Beiträge
Entdecke mehr von Get Your Fjaka
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.




