Wieder da – und sofort in den Oliven

Seit zwei Wochen sind wir wieder auf der Insel – und gleich am Montag standen wir in den Oliven. Seither fast täglich Ernte mit Nataša und Stipe. Wir sind mittendrin, nicht nur dabei: vier Tonnen sind eingefahren, vier kommen noch. Acht Tonnen Arbeit, Staub, Sonne, Lachen – und dieses ruhige Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

Im dritten Jahr helfen wir voll mit – nicht symbolisch, sondern mit Händen, Rücken und Zeit. Nach fünf Jahren Freundschaft ist es klar: Wer hier in die Oliven kommt, ist kein Gast. Das ist Familie aus Hügeln, Steinen und Vertrauen.

Stipe hat zwei Felder: eins auf der Südhangseite Signica, oberhalb von Smokvica – sonnig, windig, mit kräftigen Aromen; eins in einer Senke unterhalb Smokvica, Prapatna – feuchter, leichter, mit salziger Luft. Wir pflücken eine wunderbare Mischung aus Oblica, Lastovka, Drobnica, Levantinka, Lećino und Pendolino. Kein Marketing-Sortenrein – echte dalmatinische Cuvée. Das Öl wird kräftig, pfeffrig, lebendig und ehrlich. So wie die Menschen, die hier mitarbeiten.

Wenn man so schaut, weiß man: Wir sind angekommen.

Die Arbeit ist selten romantisch – und trotzdem voll schöner Momente. Dieses Jahr ohne Akkus, dafür mit Generator: Dalmatien 2.0, powered by Rüttelstab und Ohrstöpsel. Wenn die Maschine brüllt, merkt man jeden Muskel. Wenn sie schweigt und jemand „Ajmo, kruh i ulje“ sagt, wird es still, Brot duftet, Oliven glänzen – und alles passt.

Vier Tonnen drin. Vier Tonnen Fjaka-Schweiß fehlen noch.
Fünf Minuten wirkliche Fjaka – unbezahlbar.
Rütteln statt kämmen – schneller, lauter, effizienter.

Ein kurzer Abstecher zum Kutak

Zwischendurch zweimal im Kutak gewesen: Dinge aus Deutschland ausgeladen, aufgeräumt, Werkzeug sortiert. Jetzt ist alles in Makita-Boxen verstaut und man kann sich wieder bewegen – nach dem typischen „Sommer-Abreise-Chaos: alles rein und los“.

Der MG ist da – warum gerade der?

Wir lieben unseren MINI: Go-Kart-Gefühl über die Hügel von Korčula, Dach auf, Sonne im Gesicht. Aber MINI/BMW bauen das Cabrio nicht elektrisch – für uns nicht mehr zeitgemäß. Und für Get Your Fjaka brauchen wir ein kleines „Baustellenfahrzeug“: Platz für Werkzeug, Olivennetze, Makita-Kisten, später eine Anhängerkupplung.

Geplant war, den MG nur anzuschauen. In London saß ich in einem als Taxi und staunte über den Raum – besonders hinten. Dann die Probefahrt in München, 5 km auf der Uhr, sehr guter Preis – und die Entscheidung fiel im richtigen Moment.

Dazu passt, dass wir parallel unsere Solaranlage aufbauen. Ein leises E-Auto macht in diesem Setup einfach Sinn: kurzerhand mit eigenem Strom laden, Fahrwege bündeln, Insel-Alltag gelassen organisieren. Praktisch hilft uns der MG mit großem Kofferraum – und im Inselmodus lieben wir das große, aufstell- und zu öffnende Sonnendach. Meerblick inklusive.

Der neue Inselkumpel – leise unterwegs, viel Platz, Sonnendach oben.

E-Auto-Rückreise: Slowenien entscheidet anders 😅

320 km Reichweite? Reicht locker. Fast überall entspannt geladen. Nur in Slowenien wollten die Schnelllader nicht mitspielen. Also: Fähre verpasst. Früher hätten wir geflucht – diesmal Fjaka: ein Extra-Tag, ruhige Strecke durchs kroatische Hinterland nach Split, Kaffee, Aussicht, ankommen. Technik plant, Dalmatien entscheidet.

Laden & lächeln – passt.

Bürokratie trifft Fjaka

Wir wollten uns ursprünglich nur informieren, wie die Zulassung läuft. Der TÜV-Mann sieht das E-Auto: „Kaum Leute draußen, machen wir gleich.“ Draußen steht die Schlange bis zur Straße – aber gut, wir lassen den Wagen da.

Als wir zurückkamen, hatte Iwan das breite Dauergrinsen im Gesicht. Der geht ja ab wie eine Rakete. Dann die Info: ca. 100 € Verschrottungsgebühr (für später) und volle kroatische MwSt., weil unter 6.000 km. Also weiter zum Zoll nach Vela Luka.

Sehr nette Dame: „Setzen Sie sich an meinen Computer, ist ja alles auf Kroatisch – ich helfe.“ Gemeinsam durchgeklickt, Ergebnis bleibt: MwSt. gilt. Lösung? Wir sammeln erst Kilometer und melden dann um.

Kochkurs bei Sanja

Zur Belohnung zwischendurch: Kochabend bei Sanja mit Freunden. Schwarzes Risotto, frischer Salat und himmlischer Nachtisch – Schoko-Maroni-Kugeln. Viel Lachen, viel Geschmack – volle Herzen.

Kuhinja, prijatelji i smijeh – so schmeckt der Herbst.

Mikulina Luka sagt: Willkommen zurück

In Mikulina Luka wirken die Pflanzen fast erleichtert, dass wir wieder da sind. Kräuter und Zitrus melden sich. Gleichzeitig hat das Unkraut die Gelegenheit genutzt und fühlt sich sehr wohl. Willkommen zurück – Gießkanne links, Fugenkratzer rechts.

Vitamin C auf Inselniveau.
Diese hier braucht Liebe – kommt sofort.
Unkraut oder heimliche Gartenphilosophen? Wir verhandeln.

Katzenlage 🐾

Nika und Puma haben wir noch nicht gesehen. Halb wild sind sie sowieso – wer weiß, wo sie gerade Hof halten. Erfahrung: Sie tauchen auf, wenn es Zeit ist. Leckerli stehen bereit.

Fjaka – aber echt.


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