Eigentlich wollten wir einfach nur raus.
Raus aus dem Lockdown, raus aus der Starre, raus aus dem „mal sehen, wann wieder was geht“.
Mit dabei: Champa, unser Hund – und der Wunsch, im Fall der Fälle auch wieder zurückzukommen.
Keine Flugreise, nur Auto, Spontaneität und ein Stück Europa, das zu dieser Zeit überhaupt offen war: Kroatien.
Wir hatten die Nachricht gelesen, dass Kroatien als eines der ersten Länder in der Region die Grenzen für EU-Bürger unter Auflagen wieder öffnet.
Das war der Anfang. Der eigentliche Impuls? Der Gedanke:
„Was, wenn der nächste Lockdown kommt – und wir wieder wochenlang festsitzen?“
Dann doch lieber dort, wo das Meer glitzert.
Erinnerungen an Dalmatien

Kroatien war kein unbeschriebenes Blatt für uns.
Zehn Jahre zuvor waren wir schon einmal spontan in Dalmatien gelandet – damals, weil ein Projekt kurzfristig Pause machte.
Es waren Pfingstferien, aber der große Sommerurlaub in Südafrika war schon gebucht. Also suchten wir eine budgetfreundliche Übergangslösung – und fanden ein kleines Häuschen am Meer bei Žrnovo.
Kurz. Schön. Unvergessen.
Ein Funke, der geblieben war – bis heute.
2020: Aufbruch ins Ungewisse
Im Sommer 2020 fanden wir nichts dergleichen.
Das Angebot war dünn, die kroatischen Anbieter waren überrascht, wie schnell sich die Lage wieder änderte.
Aber wir hatten Glück: ein kleines Haus in Borje, auf der Halbinsel Pelješac, war frei – mit Blick auf Korčula.
Fünf Wochen. Direkt am Wasser. Keine Pläne. Nur Zeit, Raum, Licht.

Wir erkundeten die Insel, ließen uns treiben – und landeten irgendwann, fast zufällig, auf Korčula.
Angela hatte von einer Frau gelesen, die in Smokvica Orangenmarmelade aus Sevilla-Bitterorangen
machte – Paddington Bär wäre neidisch gewesen.
Wir hielten an, plauderten, fragten nach einem Tipp für Weinverkostung. Ihre Antwort:
„Geht zu meinem Cousin.“
Der Cousin kam – in einem alten grauen Berlingo – und lotste uns eine steile Straße hinauf, auf die wir allein nie
gefahren wären.
Was wir dort fanden?

Wein, Tomaten, Oregano.
Unsere Gastgeber Nataša und Stipe.
Und dieses typische dalmatinische Willkommen, das gleichzeitig verwirrt, rührt und irgendwie heilt.
Nach der ersten Verkostung kauften wir Wein. Olivenöl. Kartoffeln, Tomaten und Oregano gab es dazu.
Als wir fragten: „Wann ist denn die Weinernte?“
„Ende September“, sagte Stipe. „Wenn ihr da seid – kommt gern vorbei.“
Er hatte uns ohnehin noch einen Tomatensalat versprochen.

Wir fuhren weiter – nach Frankreich, zum 30ten Jubiläum des Hochzeitstags unserer Freunde.
Wir sahen die Provence, Okzitanien, Sonne, Lavendel, Weinreben.
Aber innerlich waren wir längst wieder zurück.
Bei Nataša und Stipe.
Bei der Einladung.
Und bei diesem Gefühl: Da könnte mehr sein.
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